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Titel:

Der Wolf im Alpenbogen

Datum:

Montag, 22. Jänner 2018

Zeit:

09.30 bis 11.00 Uhr

Ort:

Landwirtschaftskammer Österreich, Festsaal
Schauflergasse 6, 1015 Wien

 

Schon heute Weichen für dauerhafte Präsenz von Wölfen stellen

Lösung der Wölfe-Problematik als Thema der EU-Ratspräsidentschaft Österreichs
 
Wenn hier in Österreich morgen oder übermorgen eine dauerhafte Präsenz von Wölfen gegeben ist, muss schon heute dafür gesorgt werden, dass wirksame Instrumente greifbar sind, um ihnen Grenzen zu setzen; Grenzen der Bestandesgröße und Grenzen der Lebensräume. Bei einer Vermehrungsrate von 30 Prozent, also alle drei Jahre verdoppelt sich der Bestand nahezu, geht es nicht darum, Schaf- oder Rinderherden einzuzäunen. Es geht um die freie Zugänglichkeit der Kultur- und Erholungslandschaft für die Tourismus- und Erholungswirtschaft und es geht um die Möglichkeit einer landschaftsgerechten Bewirtschaftung; Stichwort Almwirtschaft. Daher muss die Wölfe-Problematik zu einem Thema gemacht werden, sowohl bei den Naturschutzreferenten in den Landesregierungen als auch bei der österreichischen Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2018, um frühzeitig Lösungen zu finden.

Welche Regelungen nötig?
Welche gesetzlichen Änderungen müssen auf EU-Ebene beschlossen und welche Schritte in Österreich gesetzt werden? „Wir brauchen sowohl in Österreich als auch EU-weit eine dynamische Gestaltung der Schutzbemühungen vor den Wölfen, aber auch für die Wölfe. Wir müssen tolerierte Lebensräume, wie Kernzonen, Korridorzonen und Freizonen festlegen, die diese Raubtiere von Erholungssuchenden oder Nutztieren fernhalten; kurz: wir müssen wildökologische Raumplanung betreiben. Die EU-Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie muss so abgeändert werden, dass geregelte Entnahmen bzw. im Ernstfall Abschüsse möglich werden. Notwendig ist ein bundesweit einheitliches und umfassendes Wölfe-Management, das Fragen der Schadensbegutachtung, Beratung, Monitoring und Schadenskompensation etc. einheitlich regelt. Will man alle Tierhalter verpflichten, viele, viele Kilometer stabile Schutzzäune zu errichten, stellt sich die Frage der Finanzierung von Errichtung und Erhaltung. Kürzlich hat der Freistaat Bayern eine Studie veröffentlicht, wonach in diesem deutschen Bundesland die Einrichtung von Schutzmaßnahmen rund 400 Millionen Euro und die Erhaltung jährlich 35 Millionen Euro kosten würden. Auch in Österreich zeigt sich, dass alle bisher vorgeschlagenen Maßnahmen zum Schutz vor den Wölfen unfinanzierbar bzw. undurchführbar sind“, so LKO Präsident Schultes.

Umgehend handeln
„Es ist unbestritten, dass die Wölfe in Europa keine gefährdete Tierart sind. Es ist ebenso unbestritten, dass nur dann ein gedeihliches Miteinander von Wölfen und Tourismus- und Erholungswirtschaft bzw. Landwirtschaft möglich ist, wenn der Lebensraum und die Anzahl der Tiere gemäß einer noch zu erarbeitenden gemeinsamen Vereinbarung der betroffenen Parteien begrenzt bleiben. Dazu müssen die betreffenden gesetzlichen Regelungen rasch angepasst werden, damit die Managementmaßnahmen rechtzeitig gestartet werden können. Es darf nicht übersehen werden, dass die hohe Vermehrungsrate der Wölfe den Bestand alle drei Jahre nahezu verdoppelt und alle fünf Jahre fast vervierfacht. Daher werden wir an die Landesregierungen und an die Bundesregierung herantreten, damit diese Frage im Rahmen der österreichischen Ratspräsidentschaft gelöst werden kann“, so Schultes.

Hier finden Sie den Link zur Fotogalerie

 

Quelle: Landwirtschaftskammer Ö/APA-Fotoservice/Schedl

Es informierten

  • Univ. Prof. Dr. Ulrike Pröbstl-Haider, Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs- und Naturschutzplanung (ILEN), BOKU
  • O. Univ. Prof. Dr. rer.nat. Arnold Walter, Institutsleitung, Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie
  • Martin Keller, VWL-Vereinigung zum Schutz der Weidetierhaltung und ländlichem Lebensraum der Kantone Glarus, St. Gallen und beider Appenzell
  • Ing. Josef Zandl, Gutsverwaltung Fischhorn, Bruck an der Großglocknerstraße
  • Hermann Schultes, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich

Datum: Montag, 22. Jänner 2018
Ort: Landwirtschaftskammer Österreich, Wien

Zitate

"Die Wolfsbestände rund um Österreich nehmen zu und damit die Zuwanderung nach Österreich."

O. Unic. Prof. rer. nat. Arnold Walter

"Noch bevor der Wolf in Österreich so richtig Fuß gefasst hat, gibt es bereits eine Reihe von „Vorverurteilungen“, was die möglichen Konsequenzen und negativen Auswirkungen angeht."

Univ. Prof. Dr. Ulrike Pröbstl-Haider

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